Ein schönes Wochenende!
Gestern Samstag haben mein Mann und ich in unserem Wohnwagen am nahegelegenen See verbracht, weil unsere Tochter mit ihren Freundinnen ihren 20. Geburtstag bei uns zu Hause nachfeiern wollte.
Es war ein kalter Wintertag. Die Sonne schien, keine Wolke am Himmel.
Wir heizten im Wohnwagen und im Vorzelt richtig ein, machten alles frisch und kuschelig. Danach drehten wir eine Runde über den Campingplatz. Schön langsam und behutsam mit den Krücken. Die Luft war klar. Es war alles so schön friedlich und ich war entspannt und genoss den Spaziergang sehr. Obwohl die Sonne richtig Kraft hatte, waren wir nach einer guten Stunde doch ziemlich durchgefroren und machten es uns im warmen Vorzelt gemütlich. Später, vor dem Abendessen, gingen wir nochmals zum See runter und schauten uns den Sonnenuntergang an. Mit etwas Adventsmusik ließen wir den Tag dann ausklingen. Ich habe so gut geschlafen wie schon lange nicht mehr.
Am Sonntag wieder zu Hause dekorierten wir noch etwas weihnachtlich auch wieder mit ein paar Weihnachtslieder. Ein schönes 1. Advent Wochenende.
Und doch, sitze ich heute Abend wieder hier und bin irgendwie traurig! So in mich gekehrt, so nachdenklich …
Was ist bloß los mit mir?
Es geht mir doch schon besser, körperlich zumindest. Unsere Finanzen hab ich auch im Griff. Mit meinem Mann läuft es auch wieder besser. Natürlich gewisse Sachen sind noch nicht geklärt. Alles lässt sich nicht auf einmal klären. Manches braucht auch Zeit.
Ach keine Ahnung? Gerade beim Schreiben merk ich, dass mir tausend Gedanken durch den Kopf gehen, könnte gerade wieder total abschweifen und doch auch wieder nicht! Will schreiben und doch auch wieder nicht! Will schlafen und doch auch wieder nicht! Ist mir grad mal wieder alles zu anstrengend!!!
Kampf- und Heilpfad
Ein Unfall und seine Folgen! Langzeitkrank in unserer sozialen Gesellschaft.
Hüfte oder Knie? 2.Tag
Wie ihr euch vielleicht denken könnt, bin ich am nächsten Tag nicht mehr mit dem Gehbock in die Reha gegangen! Nochmal ein Tag humpel, humpel, humpel, geht gar nicht!
Also kam ich mit dem Rollator!
War das Gehen nicht ganz so beschwerlich, die Estetik allerdings ließ immer noch viel viel zu wünschen übrig!
Egal, hauptsache es hilft!
Die Frage der Fragen:
Egal bei welcher Therapie, Behandlung oder Training immer wurde ich gefragt:
„Hüfte oder Knie?“
Antwort: „Oberschenkel“
Eigentlich zum Lachen aber mir war so gar nicht zum Lachen zumute, die Reha war sack anstrengend.
Da ambulant keine Rückzugsmöglichkeiten!
Bis 13 Uhr habe ich durchgehalten, danach ging NIX mehr!
Die Nachmittagstermin abgesagt!
So hat sich das durch die erste Woche gezogen.
K.O. in der ersten Runde!
Hüfte oder Knie? 1.Tag Reha
Kaum 10 Tage nach der OP beginne ich meine ambulante Reha.
Hier steh ich nun, 1. Tag mit meinem Gehbock und werde von einer netten jungen Dame nach der Anmeldung abgeholt. Sie ist quasi, das Empfangskomitee und wird mir alles zeigen!
Ok, wir starten in dem Gebäude wo die ganzen Therapien und Behandlungen stattfinden. Ich also hechle hinter ihr her und wer schon einmal mit einem Gehbock ein paar Schritte gegangen ist weiß, dass man nicht flüssig gehen kann. Man macht 1-2 Schritte, bleibt stehen, setzt den Gehbock etwas weiter und macht dann wieder 1-2 Schritte und so weiter und so fort …
Das mit einem frisch operierten Bein, in dem ein ca. 40 cm langer Gammanagel steckt und man gar nicht so viele Schmerztabletten einwerfen kann, damit man keine Schmerzen hat!
Mein Hinweis an die junge Dame, dass ich hier (in dieser Reha-Klinik) letztes Jahr für 3 Monate gearbeitet habe und die Örtlichkeiten kenne, hinterließ keinen nennenswerten Erfolg, lediglich der Hinweis, dass sie verpflichtet ist, mir alles zu zeigen!
Ok, dann also weiter im Takt … 2 Schritte gehen, stehen, Gehbock nach vorne setzten …
Nachdem wir das gesamte Therapiegebäude inkl. Therapieräume, Cafeteria, Kantine, Aufenthaltsräume durchwandert waren, kam die Info, dass wir jetzt zum Arzt gehen zum Aufnahmegespräch.
Super, Gott sei Dank! Leider hatte ich nicht bedacht, dass der Arzt in einem ganz anderen Bau ist, der gefühlt tausend Kilometer weg ist!
Humpel, Humpel, Hummpel … jede Oma mit 90 Jahren marschiert besser als ich. Von der Estetik mal ganz abgesehen!
Egal, geschafft, sehr nette Ärztin, morgen geht es los und für heute ist Feierabend!
Der Unfall

Liebes Universum, sorry du hast da was falsch verstanden!
Wenn ich manchmal gesagt habe, dass ich mir etwas Ruhe wünsche, dann nicht so! Oder habe ich mich da nicht konkret genug ausgedrückt? Wahrscheinlich, sorry!
Was ist passiert?
Ende September hatte ich endlich meinen Haupturlaub zweieinhalb Wochen …. wie geil!
Die erste Woche war für die noch ausstehenden Arbeiten gebucht und ab der zweiten Woche Erholung!
Hab nicht alles in der ersten Woche geschafft, den Herbst-Fensterputz musste ich in die zweite Woche legen.
Dienstags Morgens, ich fühlte mich tatsächlich schon ziemlich ausgeruht und etwas entspannt. Ich fühlte mich wohl!
Deshalb wollte ich noch die letzten zwei Fenster putzen …
Die Betonung liegt auf „WOLLTE“
Erstes Fenster fertig … von der Leiter runter steigen (kleine zwei-stufige Leiter) … unterster Tritt nicht ganz getroffen, nur am Rand … abgerutscht … Gleichgewicht verloren … im filmreifen Bogen abgestürzt … BÄNG!
Im freien Fall auf den Boden gekracht … ohne Feindberührung leider auch ohne Festhalten, daher auch mit voller Wucht!
Aua, hat das gekracht und ….. verdammt weh getan!
Ich hab gebrüllt wie noch nie in meinem Leben, echt!
Unser Nachbar unter uns, hat mich schreien gehört!
Gott sei dank war mein Mann noch zu Hause!
Blaulicht … Krankenwagen … Notarzt … Krankenhaus … Not-OP … dreifacher Oberschenkelbruch!
So was braucht kein Mensch!