Hilfe, mein Kind hat den Führerschein!

18.08.2023

So, jetzt ist es soweit. Unsere Tochter hat die Führerscheinprüfung im Juli bestanden und nach ein paar Wochen „betreutes Fahren“ fährt sie heute zum ersten Mal alleine mit dem Auto zur Arbeit.

Ganz Ganz alleine!

Was für ein seltsames Gefühl!

Glaub jetzt verstehe ich so langsam meine Eltern, dass sie sich immer Sorgen gemacht haben wenn ich Abends aoder Nachts alleine mit dem Auto unterwegs war und sie immer gehorcht haben, wenn ich nach Hause gekommen bin.

Aber es ist nicht alleine die unterschwellige Angst, wenn man da überhaupt von „Angst“ sprechen kann, ist mehr so ein „Komm bitte weider gesund nach Hause“.

Nein, es ist Stolz! Richtiger purer Stolz auf unsere große Tochter!

Wie sie heute mit erhobenen Hauptes aus der Wohnung raus marschiert ist!

So voller Elan, über beide Backen grinsend, uns zurief: „Ich geh dann, bis später“

Man war das für ein erhebendes Gefühl. Mir wurde ganz warm ums Herz aber auch ganz klamm!

ES IST SOWEIT: „UNSERE TOCHTER IST ERWACHSEN!“

Schon wieder Kündigung!

30.06.2023

Heute habe ich meinen Job gekündigt!

Nach nur 3 Monaten!

Ich kam mir so saudumm vor und vor allem hatte ich Schiss ohne Ende!

Ich war aufgeregter als beim Bewerbungsgespräch!

Warum weiß ich nicht! Glaub, weil ich Angst hatte, dass man mir Vorwürfe macht, weil ich schon nach 3 Monaten wieder kündige!

Mir ist manchmal echt nicht mehr zu helfen!

Ist doch aber nichts dabei, wenn man merkt, dass ein Job nichts für einen ist, oder?

Hab halt gemerkt, dass die Tätigkeit als Pflegehelfer in einer Klinik nichts für mich ist!

Diese „Pflege nach Stoppuhr“ ist halt nicht mein Fall!

Außerdem ist man als Pflegehelfer eigentlich nur der Laufbursche, der die doofen Arbeiten machen darf!

Wäre ja grundsätzlich nicht so schlimm, das wusste ich ja, dass ich „nur“ die einfachen Arbeiten machen darf!

Aber dass ich auch die nicht selbstständig und eigenverantwortlich machen darf, das wusste ich nicht!

Und tatsächlich kann ich mir nach zwei bis drei Tagen merken, dass die Tische abgewischt werden müssen, dass Getränke und Gläser verteilt werden müssen, keine Handtücher auf dem Boden liegen dürfen, die Waschschüsseln desinfiziert werden müssen … das brauche ich definitiv nicht täglich gesagt bekommen!

Nur weil man sich nicht merken kann, dass andere es nicht machen!

Ach keine Ahnung, ich kann es halt einfach nicht leiden, wenn mir das logische Denken aberkannt wird, nur weil ich den Beruf nicht gelernt habe!

Sämtliche Versuche gewisse Situationen, manche Ungerechtigkeiten, diverse Missstände oder unlogische organisatorische Arbeitsabläufe aufzuklären scheiterten gleich am Ansatz. Ich wurde lediglich immer wieder auf das „Zeitmanagement“ hingewiesen. Als ob das alles wäre! Als ob das das Wichtigste ist!

Man arbeitet doch mit kranken und in meinem Fall mit älteren Menschen, die Ängste und Sorgen haben!

Als ich heute morgen die Kündigung abgegeben habe, sagte die Chefin: „Pflege wäre wohl nichts für mich“!

Im ersten Moment war ich enttäuscht, dass sie es damit abgetan hat und nicht einmal hinterfragt hat!

Ich blöde Kuh, hab natürlich sofort wieder an mir gezweifelt!

Aber im Nachhinein … stimmt, diese Art von Pflege ist tatsächlich nichts für mich!

Neustart 2.0 – 1. Arbeitstag im neuen Job

31.07.2023

Sonntag, 30. Juli 2023 – und wieder sitzt ich doof da und die nackte Angst steigt in mir hoch!

Letzte Woche habe ich meine Tätigkeit in der Reha-Klinik beendet, wo ich im April diesen Jahres hin gewechselt bin. Gerademal 4 Monate habe ich es dort ausgehalten!

Das war ein Satz mit „X“ – das war wohl nix!

Da habe ich mich beim Hospitantentag damals total blenden lassen!

Aber vielleicht wollte ich es ja auch nicht sehen, weil ich unbedingt von meinem alten Arbeitgeber davor, unbedingt weg musste / wollte! Die Arbeitsbedingungen wurden dort immer schlimmer, keine Führung, kein Ansprechpartner, Dienstpläne zu spät und ohne Sinn, ständig stimmte die Lohnabrechnung nicht (in einem Monat bekam ich gar kein Geld!) aber der ausschlaggebende Punkt war, dass ich angemotzt wurde als ich nach einer Einweisung fragte, weil ich bei einem neuen Bewohner eingeteilt wurde, der Diabetis hat und ich mich mit Diabetes nicht auskenne. Das war zu viel!

Für mich ist das grob fahrlässig wenn ich einen kranken Bewohner betreuen soll, der an Diabetis leidet und ich nicht weiß wie man den Blutzucker misst und was man machen bzw. beachten muss.

Das geht einfach nicht!

Deshalb wollte ich wohl unbedingt, dass die Stelle in der Reha-Klinik toll ist und ich den Job bekomme?

Ich habe den Job bekommen!

Leider musste ich relativ schnell feststellen, dass man dort als Pflegehelfer nur der Laufbursche ist, der hin und her gejagt wird! Mal ein Botengang wäre ja nicht das Schlimmste aber man musste echt nur rennen, während die „Fachkräfte“ die „wichtigen“ Arbeiten erledigten!

Auch verstehe ich unter selbstständiges Arbeiten einfach etwas anderen. Konnte nie in „meinem“ Tempo arbeiten und nie die Arbeiten erledigen, die ich mir vorgenommen hatte. Außerdem sind die Arbeiten eines Pflegehelfers überschaubar, so dass ich nicht täglich gesagt bekommen muss, dass ich zum Beispiel „Wasserflaschen und Gläser“ in den Patientenzimmern auffüllen muss oder die Tische abwischen muss.

Das konnte ich mir tatsächlich bereits nach dem 2-3 Tag merken! Man mag es kaum glauben aber das Denken klappt noch ganz gut!

Der wichtigste Punkt war allerdings, dass Pflege nach Zeitvorgabe zb. Duschen 15 Min. definitiv nicht meins ist! Ich habe doch einen Menschen vor mir, der älter ist, der krank ist, der vielleicht Schmerzen hat, der Bedürfnisse hat etc. und keine Sache!

Ich habe mir einfach immer Zeit gelassen, auch mal bisschen erzählt, dadurch war ich natürlich immer langsamer wie alle anderen und ich bekam immer entweder nen Anschiss oder nen Vortrag zur Zeitoptimierung!

Am Anfang, wenn ich wo neu bin, bin ich immer erstmal zurückhaltend, will heißen ich poltere nicht gleich wie ein Trampeltier irgendwo rein und schieße um mich. Deshalb habe ich die erste Zeit nichts erwidert. Doch das hätte sich im laufe der Zeit definitiv geändert und das wollte ich nicht.

Deshalb beschloss ich: „Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken ohne Ende!“

OK um aber wieder auf das eigentliche Thema zurückzukommen ….

… wieder ein Neubeginn, wieder Aufregung, wieder Herzklopfen, wieder Angst ob ich es packe, ob ich es gut mache, ob die neuen Kollegen ok sind und ob es diesmal die richtige Stelle für mich ist?

Das weiß man leider immer erst hinter!

Von daher – auf in den Kampf!

Aus Kindern werden Leute

26.11.2022

Letztes Wochenende war es soweit … unsere Tochter wurde 18 Jahre! Was soll ich sagen? Ohne Worte! Tatsächlich kann ich es nicht in Worte fassen, wie es mir geht. Meine Gefühle fahren Achterrad und mein Kopf weiß nicht was er denken soll! Auf jeden Fall hat irgendwie nichts geklappt und doch wieder alles! Nur das meiste halt nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte bzw. wie ich es geplant hatte! Was ja eigentlich nicht schlimm ist. Die Hauptsache war ja, dass es unserer Tochter gefällt!  Und das hat es … glaube ich! Auf jeden Fall hat sie es gesagt. Auch wenn man in Ihre Mimik manchmal was anderes hätte reininterpretieren können. Aber das ist ja nicht ihr Problem. Das war eher mein Problem! Ich war die Tage davor angespannt wie ein Flitzebogen, der sich auf der Heimfahrt in einem Nervenzusammenbruch entlud. Da musste einfach was raus! War ja aber hinterher, als alles vorbei war und sie war mir auch nicht böse. Gott sei Dank. Auch wenn sie oft ihre Gefühle nicht so zeigen kann, denke ich weiß sie den riesen Aufwand zu schätzen. Glaube, sie hatte genauso viel Schieß vor diesem Tag wie ich! Damit geht halt jeder anders um. Aber solange man drüber reden kann, ist alles ok! Unsere Kleine ist jetzt volljährig. Nicht erwachsen, nur Volljährig! Und ich weiß nicht was ich denken soll!

Totale Leere!

05.12.2022

Ich fühle mich so furchtbar leer. So ausgelaugt! So müde!

Aber gleichzeitig total aufgedreht, unruhig, reizüberflutet!

Komme einfach nicht wirklich zur Ruhe, obwohl ich einfach nur schlafen könnte. Wenn ich schlafe ist das fast schon komaartig.

Kann mich zu nichts aufraffen, es sei denn ich pusche mich mit Koffeintabletten hoch, aber dann bin ich hypernervös.

Denke immer nur was ich noch machen muss. Nimmt einfach kein Ende, dabei habe ich doch schon so viel geschafft, oder doch nicht?

Würde einfach gerne in den Tag reinleben, ohne dass ich überlegen muss, was noch zu machen ist, ob alles wichtige erledigt ist, ob nicht irgendwas anbrennt ….

Wie war das denn früher? Da war doch auch immer was zu tun!

Ich weiß einfach nicht, wie ich da wieder raus kommen soll?

Wie ich wieder zuversichtlich werden soll? Lebensfroh?