31.07.2023
Sonntag, 30. Juli 2023 – und wieder sitzt ich doof da und die nackte Angst steigt in mir hoch!
Letzte Woche habe ich meine Tätigkeit in der Reha-Klinik beendet, wo ich im April diesen Jahres hin gewechselt bin. Gerademal 4 Monate habe ich es dort ausgehalten!
Das war ein Satz mit „X“ – das war wohl nix!
Da habe ich mich beim Hospitantentag damals total blenden lassen!
Aber vielleicht wollte ich es ja auch nicht sehen, weil ich unbedingt von meinem alten Arbeitgeber davor, unbedingt weg musste / wollte! Die Arbeitsbedingungen wurden dort immer schlimmer, keine Führung, kein Ansprechpartner, Dienstpläne zu spät und ohne Sinn, ständig stimmte die Lohnabrechnung nicht (in einem Monat bekam ich gar kein Geld!) aber der ausschlaggebende Punkt war, dass ich angemotzt wurde als ich nach einer Einweisung fragte, weil ich bei einem neuen Bewohner eingeteilt wurde, der Diabetis hat und ich mich mit Diabetes nicht auskenne. Das war zu viel!
Für mich ist das grob fahrlässig wenn ich einen kranken Bewohner betreuen soll, der an Diabetis leidet und ich nicht weiß wie man den Blutzucker misst und was man machen bzw. beachten muss.
Das geht einfach nicht!
Deshalb wollte ich wohl unbedingt, dass die Stelle in der Reha-Klinik toll ist und ich den Job bekomme?
Ich habe den Job bekommen!
Leider musste ich relativ schnell feststellen, dass man dort als Pflegehelfer nur der Laufbursche ist, der hin und her gejagt wird! Mal ein Botengang wäre ja nicht das Schlimmste aber man musste echt nur rennen, während die „Fachkräfte“ die „wichtigen“ Arbeiten erledigten!
Auch verstehe ich unter selbstständiges Arbeiten einfach etwas anderen. Konnte nie in „meinem“ Tempo arbeiten und nie die Arbeiten erledigen, die ich mir vorgenommen hatte. Außerdem sind die Arbeiten eines Pflegehelfers überschaubar, so dass ich nicht täglich gesagt bekommen muss, dass ich zum Beispiel „Wasserflaschen und Gläser“ in den Patientenzimmern auffüllen muss oder die Tische abwischen muss.
Das konnte ich mir tatsächlich bereits nach dem 2-3 Tag merken! Man mag es kaum glauben aber das Denken klappt noch ganz gut!
Der wichtigste Punkt war allerdings, dass Pflege nach Zeitvorgabe zb. Duschen 15 Min. definitiv nicht meins ist! Ich habe doch einen Menschen vor mir, der älter ist, der krank ist, der vielleicht Schmerzen hat, der Bedürfnisse hat etc. und keine Sache!
Ich habe mir einfach immer Zeit gelassen, auch mal bisschen erzählt, dadurch war ich natürlich immer langsamer wie alle anderen und ich bekam immer entweder nen Anschiss oder nen Vortrag zur Zeitoptimierung!
Am Anfang, wenn ich wo neu bin, bin ich immer erstmal zurückhaltend, will heißen ich poltere nicht gleich wie ein Trampeltier irgendwo rein und schieße um mich. Deshalb habe ich die erste Zeit nichts erwidert. Doch das hätte sich im laufe der Zeit definitiv geändert und das wollte ich nicht.
Deshalb beschloss ich: „Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken ohne Ende!“
OK um aber wieder auf das eigentliche Thema zurückzukommen ….
… wieder ein Neubeginn, wieder Aufregung, wieder Herzklopfen, wieder Angst ob ich es packe, ob ich es gut mache, ob die neuen Kollegen ok sind und ob es diesmal die richtige Stelle für mich ist?
Das weiß man leider immer erst hinter!
Von daher – auf in den Kampf!