27. Februar 2021 – Corona – Firmung!

Dieser Beitrag ist Teil 18 von 42 in der Serie Tagebuch: Hätte, Wenn und Aber - am Ende alles nur Gelabber!

Firmung in Corona-Zeiten !

Heute war es also soweit! Unsere Tochter wurde gefirmt. Wegen Corona fast ein halbes Jahr später, trotzdem immer noch im Zeichen von Corona. Was bedeutete, Aufteilung in ganz kleine Gruppen, überall nur mit Maske, maximale Besucheranzahl mit Anmeldung, Sitzplatz wurde zugewiesen, Salbung mit Wattepad, nur die aller- aller-wichtigsten Gespräche erlaubt, kein Gesang in der Kirche – gut, da lässt sich jetzt drüber streiten – Gott sei dank, spielte eine kleine Band ab und an ein Liedchen, natürlich ohne Gesang, versteht sich, dadurch kam doch etwas feierliche Stimmung auf und natürlich kein Fest!

Tante und Onkel wollten vor lauter schiss vor Corona, gar nicht kommen, nicht mal in die Kirche! Dafür konnte dann wenigsten ihr Freund und unsere beste Freundin mit in die Kirche und natürlich der Firmpate. Wenigsten etwas!

Gemeinsames Essen danach, nada! Nur mit der Oma zusammen konnten wir nach der Kirche zu Mittag essen, das war´s !!!

Ok, etwas Gutes hatten die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, die Firmungsvorbereitungen fanden alle ausschließlich online statt, was meiner Tochter sehr zugute kam. Eigentlich wäre sie durch die Firmungsvorbereitungen ziemlich stark, wieder mit den Mobbern in der Schule vor ein paar Jahren konfrontiert worden. Das blieb ihr dadurch erspart, außer dann halt in der Kirche!

Zwar konnte ich sie vorher davon überzeugen, dass sie den Schulkameraden von früher nicht immer aus dem Weg gehen kann und das doch eine recht gute Gelegenheit ist, in beaufsichtigtem Rahmen, diesen ersten kleinen Schritt zu wagen. Mit ganzem Mut entschied sie sich auch zur Firmung, durch die Online-Firmvorbereitungen blieben ihr dann aber doch viele Treffen erspart, was eine große Erleichterung für sie war, aber die Angst kam immer wieder durch. Speziell vor der Kirche!

Zu alle dem konnte, wegen Corona, dieser besondere Moment/Tag nicht mal im Kreis der Familie gebührend gefeiert und genossen werden. Voll traurig!

Mir wurde ganz schwer ums Herz, als sie am Abend davor fragte, ob es wohl ein schöner Tag werden würde? Was für eine Frage! Allein das in Frage stellen, sagt ja wohl alles. Auf so einen Tag sollte man sich doch freuen können. Ohne Wenn und Aber! Aufgeregt sein! Aber freudig aufgeregt sein!

Den offiziellen Akt, die Firmung in der Kirche, mit einer kleinen Feier abzurunden, gehört doch einfach dazu. Ein Tag lang die Hauptperson sein zu dürfen! Im Rampenlicht zu stehen! Vielleicht auch ein bisschen bewundert werden, weil man sich hübsch gemacht hat und toll aussieht!

Was wurde den Kids, den Teenagern, gerade in diesem Alter, durch diesen verdammten Corona-Virus nicht alles genommen? Eine unbeschwerte Teenagerzeit mit Partys, Ausflügen, der ersten Liebe. Die ersten Freiheiten austesten. Sich finden! Diese Zeit kommt nie wieder. Nie wieder im Leben kann man so unbeschwert sein, unbeschwert lieben, lachen, weinen … Weil man insgeheim doch den Schutz des Elternhauses genießt und weiß, dass man beschützt und aufgefangen wird. Auch wenn man es mehr hasst als liebt und nur nervt!

Ich hoffe echt, dass die Kids keinen bleibenden Knacks abkriegen dadurch. Keine Eigenbrödler und Egoisten werden, sondern verantwortungsbewusste Menschen, die sich nicht nur um ihr eigenes Wohl scheren!

Die Menschheit wird sowieso immer egoistischer. Einsamer! Und jetzt geht man schon automatisch eher einen Schritt zurück, wenn man Jemand auf der Straße trifft, als einen Schritt entgegen! Von Umarmung zur Begrüßung mal ganz zu schweigen!

Das bemerke ich auch bei mir selbst! Regelrecht Menschenscheu!

Da kann einem Angst und Bange werden!

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